Podcast Folge #neun: Mit Barbara Zangerl durch das Große Walsertal

Leben in Extremlagen

Das Große Walsertal hat viele Besonderheiten. Nicht nur, weil es in einem tiefen V-Tal liegt. Das Große Walsertal ist das einzige Bergsteigerdorf im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Sechs eigenständige Gemeinden zählen dazu. Alle mit BürgermeisterInnen, Schule, Verwaltung, Kirche, Nahversorger, Kindergarten und Bibliothek. Und natürlich mit einer eigenen Geschichte, die mit der Besiedelung vor etlichen hundert Jahren beginnt. Die Walser stammen ursprünglich aus dem Wallis. Im Mittelalter galt der schweizerische Kanton als äußerst arm. Viele Menschen wanderten ab. Einige von ihnen ins heutige Große Walsertal, wo sie mit offenen Armen empfangen wurden.

Das Gebiet stellte die Zuwanderer vor extreme Herausforderungen: Steile Hänge, schwere Erreichbarkeit, harte und schneereiche Winter mit besonderer Lawinengefahr. Im Prinzip ist das bis heute so. „Ein großes Glück“, wie Einheimische und Besucher dennoch sagen. „So konnte sich das Große Walsertal ein großes Stück seiner Ursprünglichkeit bewahren“, findet Monika Bischof. Sie arbeitet im Biosphärenparkhaus. Seit mehr als 20 Jahren trägt das Große Walsertal den Titel Biosphärenpark der UNESCO. Das Schutzgebiet verbindet Wirtschaft, Tourismus und Natur auf besonders nachhaltige Weise. „Vieles hat sich seither positiv in und für die gesamte Region entwickelt“, sagt David Ganahl, der Direktor des Museums Großes Walsertal im Gespräch mit Barbara Zangerl. Die Alpinistin lebt in Vorarlberg und klettert bevorzugt an der Roten Wand, dem höchsten Berg des Großen Walsertales. „Weil es da besonders ursprünglich ist, hoffentlich bleibt das so.“

In den sechs Tal-Gemeinden tun sie dafür jedenfalls einiges. Die Dorf-VertreterInnen von Ragall, Thüringerberg, Blons, Fontanella, St. Gerold und Sonntag arbeiten in vielen Fragen eng zusammen. „Das machen wir auch in Zukunft so“, fasst Sonntags Bürgermeister Stefan Nigsch das gemeinsame Engagement zusammen. „Das sind wir den rund 3.500 EinwohnerInnen des Großen Walsertales schuldig.“ Denn irgendwie lieben sie ihr Leben in Extremlagen.

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