Als Klettern bezeichnet man die Fortbewegung am Fels. Dabei werden bestimmte Routen durchklettert, bei denen der Kletternde von seinem Kletterpartner mit einem Bergseil gegen Absturz gesichert wird.

Beim Alpinen Klettern sind oft lange Zustiege und zahlreiche Seillängen zu überwinden. Die Sicherungen und Standplätze sind selbstständig einzurichten, Kenntnisse in Seil- und Sicherungstechnik sind daher ebenso wichtig wie alpine Erfahrung (Wetterkunde und Orientierungsvermögen).

Beim Sportklettern steht der sportliche Aspekt und nicht das Erreichen eines Gipfels im Vordergrund, ausreichend fixe Sicherungspunkte minimieren das Sturzrisiko.

Ginzling

Der Naturpark-Klettersteig Nasenwand führt vom Ortszentrum des Bergsteigerdorfs in den Bereich des so genannten “Floitenschlags“. Der Klettersteig überwindet ca. 400 HM und hat eine Kletterlänge von rund 500 m. Das Schwierigkeitsniveau liegt durchgängig im C- bis D-Bereich, im oberen Sektor ist sogar eine E-Stelle enthalten. In etwa der Hälfte des Klettersteigs besteht die Möglichkeit, auszusteigen und auf den Wanderweg zu gelangen, der wieder hinab ins Tal führt. Für den gesamten Steig benötigt man ca. 3-4 Stunden. Der gesamte Routenverlauf bietet eine faszinierende Aussicht auf das Bergsteigerdorf Ginzling und die umliegenden Gipfel der Zillertaler Alpen.

Kletterrouten
  • Jaunkopf
    1 Route im VI. – VIII. Schwierigkeitsgrad; 270 m Länge
  • Taufenkopf
    7 Routen im VII. – IX. Schwierigkeitsgrad; 150 – 200 m Länge
  • Die freien Sprünge
    4 Routen im VI. – IX. Schwierigkeitsgrad; 220 – 330 m Länge
  • Wieglerwand
    5 Routen im VIII. – X. Schwierigkeitsgrad; 100 – 120 m Länge
  • Klausen Alm – Rabenwand
    2 Routen im VI. Schwierigkeitsgrad; 100 m Länge

Klettergarten Ewige Jagdgründe

Schöner und sehr beliebter Klettergarten am Zemmbach mit über 100 Routen von IV+ bis X. Geklettert wird an fünf bis zu 30 m hohen Granitblöcken an gut abgesicherten Routen.
Details im Kletterführer Zillertal, zu bestellen unter: “info@stonemonkeys.com“mailto:info@stonemonkeys.com

Großes Walsertal

3 Sektoren, 14 Routen, Schwierigkeitsgrade 3 bis 8+

Der Klettergarten an der Wandfluh ist ein kleiner westseitig ausgerichteter Klettergarten abseits des großen Rummels. Die Schwierigkeiten der solide eingerichteten Klettereien liegen im Bereich 3 bis 7. Im Zuge einer im Frühjahr 2010 durchgeführten Erweiterung des Klettergartens, kam ein dritter Sektor mit weiteren fünf Routen im 5. bis 8. Schwierigkeitsgrad dazu.

Der Zustieg erfolgt von Sonntag-Stein aus. Die Parzelle Stein ist mit der Gondelbahn der Seilbahnen Sonntag erreichbar. Von dort geht es in ca. 30 Minuten in Richtung Steinbild. In der ersten Kehre nach dem Grillplatz folgt man dem ausgeschilderten Fußweg. Unterhalb des Klettergartens befindet sich eine gemütliche Grillstelle mit Wasser, Tischen und Bänken. Das Gelände unterhalb des Felsens ist aber zumindest im Übungssektor sehr steil, bei Nässe relativ unangenehm und für Klettern mit Kindern ungeeignet. Im Zuge der Erweiterung 2010 wurde das steile Gelände unterhalb dieses Sektors etwas abgeflacht, was die Attraktivität des gesamten Klettergartens deutlich steigerte.

Für die kommenden Jahre sind nochmalige Erweiterungen des Klettergartens geplant. Die Topo werden laufend aktualisiert und auf www.walsertal.at zur Verfügung gestellt.

Unmittelbar bei der Hütte bietet der Klettergarten ein optimales Übungsgelände, vor allem für Anfänger und Kinder. Der Einstieg liegt an einer schönen Wiese und der nahe gelegene Bach bietet Abkühlung für müde Kletterer. 10 gut gesicherte Routen vom III. bis VII. Schwierigkeitsgrad in bestem rauem, wasserzerfressenen Fels finden sich an den plattigen Wänden. Zustieg: von der Biberacher Hütte auf dem Fürggeleweg in Richtung Braunarlspitze zur Schadonaalpe und linkshaltend zum Klettergarten (5 Minuten).

Gigelturm (2.112 m)

Am Gigelturm befinden sich einige schöne Mehrseillängenrouten (IV+ und VII) in meist gutem Fels. Von der Biberacher Hütte in Richtung Hochkünzelspitze. Zur Südwand kurz vor dem Gigelturm weglos rechts in den Sattel zwischen Vorbau und Massiv. Zu den Routen auf der Westseite auf dem Wanderweg bleiben, der direkt zu den Einstiegen leitet (ca. 30 min)

Schöneberg (2.282 m)

Der Schöneberg unweit der Biberacher Hütte ist, wie der Name schon sagt, wahrlich ein schöner Berg – vor allem für Kletterer. In bestem Fels finden sich Reihen klettergartenartiger Routen in gemäßigter Schwierigkeit (7 Mehrseillängenrouten von IV bis VI+). Besonders bekannt und beliebt ist die elegant verlaufende Linie der Schönebergkante (Südwestkante).

Klettergarten Tweety (VI- bis VIII-)

Auf dem Weg von der Biberacher Hütte zur Hochkünzelspitze gelangt man nach etwa 45 Minuten zum Sportklettergarten Tweety. Die gut abgesicherten Routen bieten an senkrechten Platten tolle Klettererlebnisse mit Rissen und Wasserlöchern.

Hochkünzelspitze (2.397 m)

Beliebter und auffallender Gipfel, der mit seiner bis zu 500 m hohen Nordost-Wand auch alpine Klettertouren zu bieten hat.

  • Südgrat (III bis IV)
  • Nordwand (III bis IV+)
  • Ostgrat (II bis III)

Kilkaschrofen (2.262 m)

Wilder und besonders steiler Gipfel, der durch seine steile Nord- und Südwand von Westen und Osten betrachtet als schlankes Horn in Erscheinung tritt. Aufgrund der anspruchsvollen Anstiege nur selten bestiegen. Der einfachste Anstieg (II+) führt von der Biberacher Hütte zuerst über den markierten Weg, dann nach links unter die Kilkaschrofen Südwand. Über eine steile Felsrinne gelangt man in die zweite Westgratscharte. Nun um einen Turm herum und über den Grat auf den Gipfel (416 HM, 2,5 Stunden).

Eine etwas schwierigere Route führt vom Töbelejoch (2.101 m) über den Nordostgrat auf den Gipfel.

Die Südwand der Roten Wand bietet zahlreiche ernstzunehmende, alpine und vor allem schwierige Kletterrouten. In jüngster Zeit wurde von Sportkletterern der X. Grad eröffnet. Aufgrund des geologischen Aufbaues der Roten Wand, sind die Routen im oberen Bereich (roter, brüchiger Liaskalk) nicht anzuraten. Puren Klettergenuss bietet hingegen der graue Rhätkalk im unteren Bereich.

  • Sektor “Westgipfel” (III bis VII)
  • Sektor “Blauvogel” (VII bis IX-)
  • Sektor “Herbstkinder” (VI+ bis VII)
  • Sektor “Zeit des reifen Mondes” (VIII- bis X-)
  • Sektor “Geronimo” (VI bis VII-)
  • Sektor “Cosimo/Akrobat” (V bis VII)
  • Sektor “Südverschneidung” (IX- bis X)
  • Sektor “Tarantel” (VII bis VII+)
  • Sektor “Kanaan” (VI+ bis VIII-)
  • Sektor “Abseilpiste” (VI bis VI+)

Klesenza-Gschröf (ca. 1.800 m)
  • Sektor “Crescendo: 6 Routen vom VI bis VIII Schwierigkeitsgrad
  • Sektor “Grand Crue”/Sektor “Kinderschreck”: 10 Routen vom V bis VIII Schwierigkeitsgrad
  • Sektor Sonnenpfeiler: 7 Routen vom V bis VIII Schwierigkeitsgrad

Grünau im Almtal

Sehr schöne und aussichtsreiche Gratkletterei. Von der Pühringerhütte auf dem Weg 201 zum Rotkögelsattel (2.000 m). Dann vor einem auffallenden Block links vom markierten Weg über Rasen und Geröll leicht ansteigend zum Grat. Über diesen hinauf und auf der Schneide in die tiefe Scharte. Ein kurzer Kamin führt auf ein Band, das unter einen Abbruch leitet. Von dort unschwierig in die Scharte. Aus dieser heraus, in der südöstlichen Flanke über steile Schrofen auf den Turm und über den breiten Gratrücken und über Gratzacken zu einem kurzen Wandl (II). Danach gelangt man auf den markierten Weg und über diesen das letzte Stück zum Gipfel (600 HM, 3 Stunden).

Vom Gipfel überschreitet man den fast ebenen Plattengrat. Dort wo der Grat nach Osten umbiegt, geht es steil hinab zum „Aufg´hackert“, wo man auf den Weg Nr. 201 von der Pühringer Hütte zur Welser Hütte trifft (Abstieg vom Gipfel: 1 Stunde).

Der Temlberg ist mit seiner düsteren Nordwand eine der eindrucksvollsten Berggestalten der Karsthochfläche. 1893 erstbestiegen, führen auf ihn einige klassische Kletterrouten geringer bis mittlerer Schwierigkeit (II bis V).

Der Nordostgrat (III)

Vom Weg 201, der von der Pühringerhütte zum Prielschutzhaus führt, zweigt man am Beginn der Weitgrube ab, von dort geht es leicht ansteigend zum Einstieg am grasigen Fuß des Nordost-Grates. Die Route führt zuerst unschwierig über grasige Felsen bis zu einer steileren Wandstufe, die man entweder direkt erklimmt (III) oder ostseitig umgeht. Dann über Gratschrofen weiter zum ersten größeren Steilaufschwung.

Nach einem Quergang auf einem Schuttband geht es in die Nordflanke und über Schrofen zurück auf den Grat. Nun rund 80 m steil aufwärts zur Gratkante. Diese bis zum nächsten Steilstück empor, bevor man schräg auf einer Rampe wiederum in die Nordflanke gelangt. Über eine kleine Wandstelle zurück auf den Grat und nun unschwierig zum letzten Grataufschwung. Über zwei weitere Seillängen hinauf zum Gipfel (250 m, 1,5 Stunden).

Weitere Kletterrouten in Grünau im Almtal

Johnsbach im Gesäuse

Heinrich Heß und Andreas Rodlauer gelang 1877 die erste alpintouristische Durchsteigung dieser beliebten und spektakulären Route, doch sie waren sicher nicht die Ersten, die auf diesem Weg durch die Wand stiegen. Die Legende erzählt vom “Schwarzen Peter”, der beim Wildern auf der Flucht vor seinen Verfolgern auf rätselhafte Weise durch die steilen Felsschluchten zwischen Peternscharte und Rosskuppe entwischen konnte.

Von der Haindlkarhütte führt der durchgehend markierte Peternpfad auf die Peternscharte. Ein Pfad im eigentlichen Sinn ist der Peternpfad allerdings nicht, vielmehr eine leichte Klettertour, die an exponierten Stellen zwar mit Haken versehen, aber nicht durchgängig versichert ist. Die Schwierigkeiten bleiben meist um I bzw. I+ und wechseln mit Gehgelände und Schrofenbändern, aber auch Kletterstellen im II. Schwierigkeitsgrad sind zu meistern.

Berühmte klassische Kletterei mittlerer Schwierigkeit auf einen der mächtigsten Gesäusegipfel. Eine ernste Tour wegen der erheblichen Kletterhöhe, der nicht ganz einfachen Orientierung und des langen Abstieges.

Weitere alpine Kletterrouten und Klettergärten in Johnsbach im Gesäuse…

Kreuth

Ross- und Buchstein, Leonhardstein, Daffensteine, Blankenstein

Vorsicht mit Vergleichen – aber dieser stimmt: Wie auf einer Perlenkette aufgereiht ragen die hellen Kalkfelsen Ross- und Buchstein (1.701 m), Leonhardstein (1.449 m), Daffensteine (1.538 m) und Blankenstein (1.768 m, auch Plankenstein) aus der grünen Alm- und Waldregion der Tegernseer Berge heraus. In einer Linie. Im Osten fortgesetzt von den Wänden der Ruchenköpfe und des Brünnsteins.

Riffkalke, wie geschaffen zum Klettern, haben sich vor 200 Millionen Jahren in einem seichten Meer aufgebaut: So langsam, wie der Grund des Meeres abgesunken ist, so kompakt haben sich die Korallen nach oben gearbeitet. So entstand eine ca. 150 Meter dicke Kalkplatte, die in der späteren Alpenfaltung zum Teil senkrecht aufgestellt – und drumherum alles abgetragen wurde. Sie ist nun wie ein Rückgrat durch die Landschaft verfolgbar. Am Ross- und Buchstein markiert sie zwei Kamelhöcker und am Blankenstein tritt sie wie der gezackte Rücken eines Stegosaurus zutage. Nach Süden vorgelagert sind die berühmten 50-Meter-Nadeln: Am Rossstein die phallische Rosssteinnadel und am Blankenstein, wie eine überdimensionale Stele, die Blankensteinnadel.

So sind über die Jahre 407 Klettereien im besten Kalk in den Schwierigkeiten von 2 bis 11 zusammengekommen (Stadler 2014) – davon viele Einseillängenrouten, aber auch eine Zwölfseillängentour an der Blankenstein Nordwand. Die meisten der Routen sind mit Bohrhaken gut gesichert. Dazwischen gibt es sporadisch klassische Touren mit alpinem Zuschnitt. Und der Weg zu den Felsen ist selektiv: von gut 300 Höhenmetern zu den Ein- stiegen am Leonhardstein bis zu 800 Höhen- metern am Ross- und Buchstein – das hält fit und sorgt für eine gewisse Ruhe in den Wänden.

In den Kreuther Bergen hat das Klettern einen besonderen Zauber: eine ungeheure Weite des Panoramas, ein alpiner Touch, eine südseitige Leichtigkeit, eine Felsqualität wie in den Gorges du Verdon. Das alles ist von Kreuth aus fußläufig und mit einer gewissen Konsequenz mit dem Bike oder dem Bus zu haben.

Als ausführliche und – auch bezüglich der Absicherung und des Naturschutzes – zuverlässige Literatur empfiehlt sich der „Kletterführer Bayerische Alpen, Band 3. Von Bayrischzell bis Benediktbeuern“ von Markus Stadler aus dem Jahr 2014. Hier daher „nur“ einige Kleinodien beispielhaft, ergänzt um ein paar Tipps, die dem Kletterer das Leben und der Natur das Überleben leichter machen. Die Zustiegsbeschreibungen sind entweder hier in der Broschüre bei den Wanderungen zu finden oder in den Kletterführern.

Weitere Kletterrouten in Kreuth…