Führung durchs Mühlendorf Gschnitz - Leben wie vor 100 Jahren

Wie lebten und arbeiteten die Menschen in Gschnitz vor über 100 Jahren?

Lernen Sie bei einer Führung für die ganze Familie durch das „Lebende Mühlendorf“ mehr über die Lebensweise der bäuerlichen Bevölkerung. Sehen und erleben Sie, wie Korn in der durch Wasserkraft getriebenen Mühle gemahlen, die Kleidung früher aus Hanf hergestellt wurde oder wie das innere einer Schmiede oder einer Werkstätte aussah.

  • Donnerstag, 11. August 2022
  • 11.00 – 12.30 Uhr
  • Treffpunkt Mühlendorf Gschnitz
  • Mit Gästekarte kostenlos, sonst € 2 pro Teilnehmer

Der große Backofen ist bei Schönwetter in Betrieb und es wird frisches Bauernbrot gebacken, das Sie anschließend käuflich erwerben können.

Weitere Termine: Wöchentlich immer donnerstags bis Ende September.

Angela kommt donnerstags bei Schönwetter schon vor allen anderen ins Mühlen­dorf, weil das Brot backen sehr viel Vorbereitungszeit verlangt. Um 9.30 Uhr am Vormittag beginnt sie mit dem Einheizen des Backofens. Der alte gemauerte Ofen steht im Freien und kann nur durch ein großes Feuer auf die richtige Temperatur gebracht werden. Der ganze Prozess des Vorheizens dauert in etwa 2½ Stunden. In der Zwischenzeit bereitet Angela in der Hütte den Brotteig zu. Dafür nimmt sie 6 kg Mehl, Wasser, Salz und Germ und mischt einen einfachen Teig, knetet ihn und stellt die Schüssel anschließend in die Sonne. Dort kann der Teig zirka eine halbe Stunde rasten und aufgehen.

Brot backen ist Gefühlssache

Ist das Feuer im Backofen abgebrannt, verteilt Angela die Glut in alle Ecken des Ofens, um eine gleichmäßige Hitzeverteilung zu erreichen. Danach nimmt sie den Teig und formt daraus 20 Teiglaibe. Dieser Vorgang wird im Dialekt „auloaben“ genannt. Im nächsten Schritt putzt Angela die Glut sauber aus dem Backofen, der mittlerweile die richtige Temperatur erreicht hat. Thermometer gibt es keines, aber nach all den Jahren hat sie ein gutes Gefühl dafür entwickelt. Nun wischt sie noch den Boden des Backofens aus und schlichtet mit der Backschaufel, dem „Schuber“, die vorbereiteten Teiglaibe eng aneinander in den Ofen. Deckel zu und dann heißt es warten.

Gute 1½ Stunden später sind die Brotlaibe fertig gebacken und verströmen einen herrlichen Duft. Nun nimmt Angela das frische Brot aus dem Backofen aus dem Backofen. Anschließend können Besucher für € 3,00 einen frischen Laib Brot von Angela erwerben. Kaum zu glauben, wie lang und aufwendig das Brot backen früher war. Wer Lust und Zeit hat, kann Angela bei der Arbeit über die Schulter schauen, sie erklärt ihr Handwerk gerne.