Neue Bergsteigerdörfer 2021 und der Schweizer Alpen-Club als neuer Partner

Presseaussendung 6. April 2021

Bergsteigerdörfer liegen meist abseits großer Zentren oder versteckt in einem Talschluss und gelten unter den Bergfreunden und Alpinisten meist als wahre Geheimtipps. „In ein Bergsteigerdorf kommst du nicht zufällig,“ meinte kürzlich Ludwig Wolf, Altbürgermeister von Johnsbach im Gesäuse und ein wichtiger Unterstützer der Initiative Bergsteigerdörfer.
Auch die Auswahl der Bergsteigerdörfer erfolgt nicht zufällig – landschaftliche Reize, alpinistisch interessante Gebiete und eine intakte Kultur- und Naturlandschaft, die nicht durch große technische Verbauungen gestört ist, gehören ebenso zu den Aufnahmekriterien wie das Engagement der lokalen Bevölkerung, sich für eine nachhaltige und naturverträgliche Gemeinde- und Tourismusentwicklung einzusetzen.

Neue Bergsteigerdörfer 2021 – Ausweitung bis ans Mittelmeer

Nach den positiv beurteilten Bewerbungen vor dem internationalen Gremium freuen wir uns auf sechs Neuzugänge in Österreich, Italien und erstmals auch der Schweiz. Die Initiative spannt sich nun auch über die Westalpen bis ans Mittelmeer.
Der Österreichische Alpenverein nimmt Göriach im Lungau/Salzburg und Steinberg am Rofan/Nordtirol auf, der Club Alpino Italiano (CAI) übernimmt mit der erfolgreichen Nominierung der Dörfer Balme/Piemont und Triora/Ligurien die Erweiterung in die Westalpen, und mit St. Antönien und Lavin, Guarda & Ardez startet der Schweizer Alpen-Club SAC die Initiative in Graubünden. Im Laufe des Jahres werden alle Kandidaten bei Beitrittsfeiern offiziell in den Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen.

Die Zahl der Bergsteigerdörfer steigt damit auf 35 (davon 22 in Österreich, 4 in Deutschland, 5 in Italien – davon 2 in Südtirol, und je 2 in Slowenien und in der Schweiz).

Balme
Ginzling
Göriach
Großes Walsertal
Grünau im Almtal
Gschnitztal
Hüttschlag im Großarltal
Jezersko
Johnsbach im Gesäuse
Kreuth
Lavin, Guarda & Ardez
Lesachtal
Luče
Lungiarü
Lunz am See
Mallnitz
Malta
Matsch
Mauthen
Ramsau bei Berchtesgaden
Sachrang
Schleching
Region Sellraintal
Steinbach am Attersee
Steinberg am Rofan
Steirische Krakau
St. Antönien
St. Jodok, Schmirn- & Valsertal
Tiroler Gailtal
Triora
Vent im Ötztal
Villgratental
Val di Zoldo
Weißbach bei Lofer
Zell / Sele

Schweizer Alpen-Club SAC nun Teil der Initiative

Der SAC ist mit rund 160‘000 Mitgliedern und 153 durch seine Sektionen betriebenen Hütten der führende Bergsportverband der Schweiz. Seit seiner Gründung 1863 gestaltet er die Entwicklung des Alpinismus und des Alpenraums mit. Der SAC verbindet an der Bergwelt interessierte Menschen, fördert den Bergsport als Erlebnis und setzt sich für die nachhaltige Entwicklung und den Erhalt der Bergwelt ein. Jährlich bietet der SAC über 200 Kurse an und fördert damit die Aus- und Weiterbildung von Bergsporttreibenden. Er gestaltet seine Aktivitäten möglichst naturverträglich, umwelt- und klimaschonend und fördert die nachhaltige Mobilität. „Die Initiative Bergsteigerdörfer passt perfekt zu den Werten des SAC, und wir freuen uns, Teil dieses Netzwerkes zu sein“, sagt SAC-Präsidentin Françoise Jaquet.

Die Initiative Bergsteigerdörfer

An der Initiative beteiligen sich nun die Alpenvereine aus Österreich, Deutschland, Slowenien, Südtirol, Italien und der Schweiz. Unterschiedliche Schwerpunkte der Vereine sind in der Initiative vereint:

Für die Dörfer besteht der Mehrwert nicht nur in der steigenden Bekanntheit als Bergdestination in Alpenvereinskreisen mit über 2,5 Mio. Alpenvereinsmitgliedern. Sie werden auch in ihrer Ausrichtung auf einen nachhaltigen Tourismus bestärkt, der positive Effekte auf Landwirtschaft, Nahversorgung, Verkehr und Bevölkerungsentwicklungen bringen soll. Im internationalen Netzwerk der Bergsteigerdörfer findet ein stetiger Austausch statt, wie die Dörfer und Regionen ihre Strategien für eine wünschenswerte Zukunft umsetzen.

Bisher sind diese Orte und Regionen Teil der Initiative Bergsteigerdörfer:

Fünf Jahre international – 5 Jahre Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention

2016 wurde mit Ramsau bei Berchtesgaden das erste Bergsteigerdorf außerhalb Österreichs in die Initiative aufgenommen. Über nationale Grenzen hinweg strebt man in der Initiative seitdem nach dem Ziel, nachhaltige Entwicklung im Alpenraum zu fördern – sei es im Bereich Tourismus, im Naturschutz, der Regionalentwicklung, der Berglandwirtschaft u.v.m. Wie eine nachhaltige Entwicklung aussehen soll, ist in der Alpenkonvention geregelt, an der sich die Philosophie der Bergsteigerdörfer orientiert. Seit 5 Jahren sind sie nun offizielles Umsetzungsprojekt dieses völkerrechtlichen Vertrages zwischen den Alpenstaaten.