Natur an erster Stelle im Bergsteigerdorf Mallnitz

Die TeilnehmerInnen des Alpenvereins-Lehrgangs „Naturschutz in der Praxis“ eröffnen die Sommersaison im Bergsteigerdörfer-Partnerbetrieb Ferienhotel Alber.

Eine kleine Gruppe nimmt Aufstellung vor dem familiengeführten Ferienhotel Alber, mit Abstand, versteht sich, denn an diesem ersten Wochenende der Sommersaison gelten durchaus noch strenge Hygienevorschriften für Beherbergungsbetriebe und Veranstaltungen. „Seit über 100 Jahren wird bei uns Gastfreundschaft mit Herz gelebt. Nach der coronabedingten Pause ist es eine Freude, das Haus gemeinsam mit Gästen wiedereröffnen zu können, denen die Bergnatur und ihr Erhalt ebenso ein Anliegen ist wie uns,“ freuen sich Mea und Klaus Alber, Gastgeber des Bergsteigerdörfer-Partnerbetriebs.

Es sind dies acht wissbegierige AlpenvereinsfunktionärInnen, die an der Fortbildung „Naturschutz in der Praxis“ der Alpenvereins-Akademie teilnehmen. Ein Wochenende lang werden sie von ExpertInnen Einblicke in Wildtiermanagement, Ökologie, Waldbewirtschaftung und Besucherlenkung bekommen, die wertvolle Inputs für ihre Sektionsarbeit sein werden. Der Ort dafür ist gut gewählt, denn Mallnitz zählt nicht nur zu den Bergsteigerdörfern der Alpenvereine und steht so für einen nachhaltigen Bergtourismus, es ist auch Teil des Nationalparks Hohe Tauern. Neben dem hochalpinen Bereich sind die naturnahen Hochtäler Seebachtal, Dösental und Tauerntal besondere Naturjuwele und Lebensräume für Flora und Fauna, wie den immer neugierigen Gämsen, dem Bartgeier oder dem Schwarzspecht.

Mit dem Nationalpark-Ranger Walter Pucher und Peter Angermann, Vertreter des Landesverbands Kärnten, wandert die Gruppe am Samstag entlang des Naturlehrpfads Seebachtal, vorbei am Stappitzer See und seltsam anmutenden Fichten auf Stelzwurzeln zur Schwußnerhütte. Beobachtet werden sie dabei von hoch oben, denn Bartgeier Kasimir dreht über dem Tal seine Runden. Fast genau vor zwei Jahren, am 8.6.2018, wurde er hier im Seebachtal als Jungvogel ausgewildert und konnte über das Greifvogelmonitoring des Nationalparks erkannt werden. Der Sonntag ist den Kräutern gewidmet, die die TeilnehmerInnen mit der Rangerin Gabi Golger-Oberwinkler im Tauerntal sammeln und zur Suppe verarbeiten.

Naturerlebnisse sind in Mallnitz garantiert. Der Nationalpark Hohe Tauern bietet ganzjährig ein umfangreiches Bildungs- und Führungsprogramm an, das allen Gästen offensteht. Auch im Besucherzentrum Mallnitz werden zahlreiche Geheimnisse des Nationalsparks gelüftet und den Nationalparkbesuchern so gezeigt, was sie draußen erwartet. Als Ausgangsbasis für den Aufenthalt im Bergsteigerdorf bieten sich die Partnerbetriebe der Bergsteigerdörfer an, die die Gäste mit regionaler Küche verwöhnen und bei der Tourenplanung mit ihrer Ortskenntnis gerne behilflich sind. Klaus Alber empfiehlt seinen Gästen gerne den Blockgletscherweg Dösental, der nicht nur landschaftliche, sondern auch geologische Highlights bietet.