Unberührte Natur und warmherzige Menschen

Im Mai 2025 wurde Baška grapa, ein enges Tal zwischen den steilen Gipfeln des Tolmin-Bohinj-Gebirges und des Cerkljan-Gebirges, in das Netz der Bergsteigerdörfer in den Alpen aufgenommen.

Dieses relativ unbekannte und abgelegene Alpental, das vor allem durch den Bau der Bohinjer Eisenbahn zu Beginn des 20. Jahr­hunderts bekannt wurde, ist eines der wenigen unentdeckten Juwelen der slowenischen Alpenwelt. Obwohl Baška grapa von größeren und bekannteren touristischen Zielen wie dem Soča-Tal und Bohinj umgeben ist, hat es sich bis heute seine natürliche und kulturelle Einzigartigkeit bewahrt: steile Gipfel mit einzigartigen Bergblumen, tiefe Schluchten mit Trögen und Wasserfällen und wunderschöne Bergdörfer, deren Geschichte vor allem durch die Besiedlung durch die Tiroler im 13. Jahrhundert geprägt wurde.

Vor allem aber ist das Gebiet untrennbar mit seiner Bergsteiger­tradition und der Verwurzelung der Einheimischen mit der Natur verbunden, mit der sie seit Jahrhunderten respektvoll zusammen­leben. Die Berglandwirtschaft erforderte das Mähen unter den höchsten Gipfeln der umliegenden Berge, die Wälder lieferten das dringend benötigte Holz, und die Bergbäche und -flüsse trieben Mühlen und Sägewerke an. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Verbundenheit mit der Natur der Grund dafür ist, dass das Bergsteigen seit jeher eine Lebensweise und die Aktivität in den Bergen eine Lebens­notwendigkeit ist.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Respekt vor der Natur und ihren Ressourcen in eine Symbiose verwandelt, die 1957 zur Gründung der Bergsteigergesellschaft Podbrdo führte. Im Jahr 1959 übernahm sie die Bewirtschaftung der Hochgebirgshütte auf dem Črna Prstja (1.844 m), einem der wichtigsten umliegenden Berge. Der Kamm der höchsten Gipfel zwischen Črna Prstja (1.844 m), Rodica (1.966 m) und Vogel (1.922 m) erfreut mit herrlichen Ausblicken vom Triglav bis zur Adria, bietet hervorragende Bergsteigeraufstiege und ist im Winter ein Paradies für Tourenskifahrer. Viele ehemalige militärische Bergpfade und Wege sind heute beliebte Ziele für Mountainbiker. Von großer Bedeutung ist auch die Pionierrolle des Gebietes bei der Entwicklung des lowenischen Berglaufs, denn in Baška grapa wurde 1970 der erste slowenische Berglauf und 2002 der erste slowenische Bergmarathon organisiert.

Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass wir diese Einstellung zur Natur und zu den Aktivitäten in den Bergen für künftige Generationen bewahren. Die Initiative „Bergsteigerdörfer“ gewährleistet genau das, was die Einheimischen in der Region Baška grapa seit Jahrhunderten tun: Koexistenz und Respekt vor der Natur, der Tradition und der Bergsteigerkultur, die Bewahrung der kulturellen und natürlichen Werte sowie des Erbes und der Ästhetik der Landschaft. Darüber hinaus wollen wir die Entwicklung des Tourismus in den Vordergrund unserer Bemühungen stellen, um diese Lebensweise im Tal zu respektieren und zu ergänzen.

Für Baška grapa ist die Verleihung des Titels Bergsteigerdorf eine Bestätigung der bergsteigerischen Identität des Gebiets, die eng mit den Bergen und den Aktivitäten in ihnen verbunden ist. Damit reiht sich Baška grapa in die Riege der Orte und Menschen ein, die die alpine Umwelt im Sinne der Werte der Alpenkonvention wahrnehmen und leben. Die Ernennung zum Bergsteigerdorf hat ein noch größeres Potenzial für die Sichtbarkeit und nachhaltige Entwicklung, die auf der Integration der lokalen Gemeinschaft in ein kohärentes Ganzes beruht. Deshalb wünschen wir uns Gäste, die diese Philosophie verinnerlichen und so das Beste, was unser Baška grapa zu bieten hat, kennen lernen. Vor allem aber, um unsere unberührte Natur zu genießen und die warmherzigen Menschen, die hier leben, kennenzulernen.