Lauenen liegt im hintersten Teil des Saanenlands, am Fuße eindrucksvoller Gipfel wie dem Louwenehore, dem Gältehore oder dem Wildhorn. Das Tal ist stark von der Landwirtschaft geprägt, was sich in der aktiven Alpwirtschaft, dem sorgsamen Umgang mit der Landschaft und im Erhalt regionaler Traditionen widerspiegelt. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die traditionelle Holzbauweise, die dem Dorf sein authentisches Erscheinungsbild verleiht.

Die Natur rund um Lauenen ist ebenso vielfältig wie beeindruckend: geschützte Moorlandschaften, Bergwälder, Wasserfälle, Gletscher und imposante Gipfel prägen das Landschaftsbild. Der Lauenensee – besungen von der Schweizer Band Span – ist nicht nur ein landschaftliches Juwel, sondern auch ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreundinnen.

Historische Häuser und Holzfassaden

Im Lauenen verbergen sich historische Bauwerke, die als stumme Zeugen vergangener Zeiten spannende Geschichten erzählen. Es sind nicht nur architektonische Perlen, sondern auch lebendige Beispiele althergebrachter Chaletbaukunst, dessen Wurzeln Hunderte Jahre zurückreichen. Drei davon gewähren besondere Einblicke und laden dazu ein, in die Vergangenheit einzutauchen.

© Destination Gstaad - Melanie Uhkötter

Das Heidenhaus an der Hinterseestrasse in der Nähe des Lauenensees gilt als ältestes Holzgebäude des Berner Oberlands. Erbaut wurde es vermutlich um 1456, es weist weder Verzierungen noch Inschriften auf. Hauptmerkmal ist das sogenannte Heidenkreuz, das sich mitten in der Fassade unterhalb des Dachfirstes befindet. Es diente bei Häusern des 15. Jahrhunderts zur Verstrebung des Pfostens unter der Firstpfette – und nicht etwa, wie fälschlicherweise geglaubt, zur Abwehr böser Geister.

Von Gstaad herkommend, liegt das Mooshaus rechts an der Hauptstrasse beim Dorfeingang. Die Zimmermeister Hans Brand und Ulrich Oehrli erbauten es im Jahr 1756. Der Auftraggeber war der Chorrichter, Lehrer und Wachtmeister Niklaus Brand. Seine Tochter Maria wohnte mit ihrem Ehemann Ulrich Reichenbach (1758–1833) ebenfalls in diesem Haus. Als «dr Obmaa uf em Moos» bekleidete er das höchste politische Amt der Talschaft. Auffallend sind die gemalten bunten Blumenmotive und geschnitzten Friese an der Hauptfassade.

Das ebenfalls reich verzierte Mühlihaus mitten im Dorf wurde 1765 im Auftrag von
Obmann Christian Zingre durch den bekannten Zimmermann Peter Reichenbach aus Gsteig erstellt, der dort auch für den Bau des Hotels Bären verantwortlich war. Einige Balken – der älteste wird auf 1520 datiert – deuten darauf hin, dass hier Holz aus einem Vorgängerbau verbaut wurde.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil von Lauenen. Es gibt ungefähr
40 Betriebe, welche vorwiegend Rindviehzucht und Tierhaltung betreiben. 600 ausgewachsene Kühe leben in Lauenen, mit der dazugehörenden Nachzucht kann man ruhig behaupten, dass mehr Rindviecher als Menschen in Lauenen leben. Von den Talbetrieben ziehen die Tiere im Frühjahr auf die Vorsassweiden und später auf die Alpen – oftmals begleitet von traditionellen Glocken und Treicheln. Auf den Alpen bleiben die Tiere bis Anfang September, bevor wieder der stufenweise Rückzug ins Tal beginnt. Dies ermöglicht den Bauern, auf den Talbetrieben die Futtervorräte für den Winter einzubringen: Silage, Heu, Wasem, Wildheu, Emd und zuletzt Streue. Die regelmässige Bewirtschaftung der Flächen trägt viel zum gepflegten Landschaftsbild im Tal bei.

Louenesee

bekanntes Lied “Louenesee” der Schweizer Band Span, interpretiert vom Jodlerklub Lauenen

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